Veröffentlicht von: 0

… ist eine Kunst, die niemand kann. Eine persische Geschichte
erzählt uns:
Vater und Sohn zogen mit ihrem Esel in der Mittagsglut durch
staubige Gassen. Der Vater saß auf dem Esel, den der Junge
führte. „Der arme Junge“, sagte ein Passant. „Wie kann man so
faul auf dem Esel sitzen, wenn sich das kleine Kind müde läuft.“
Der Vater nahm es sich zu Herzen, stieg ab und ließ den Jungen
aufsitzen. Nicht lange danach hörten sie wieder eine Stimme:
„So eine Unverschämtheit. Sitzt doch der kleine Bengel wie
ein Sultan auf dem Esel, während sein armer, alter Vater läuft.“
Dies schmerzte den Jungen und er bat den Vater, sich hinter ihm
auf den Esel zu setzen. „Solche Tierquälerei!“, keifte eine Frau,
„dem armen Esel hängt der Rücken durch, und der alte und der
junge Nichtsnutz missbrauchen ihn als Diwan!“ Die Gescholtenen
stiegen ohne ein Wort zu sagen vom Esel. Kaum
waren sie wenige Schritte gegangen, machte sich ein Fremder
über sie lustig: „So dumm möchte ich nicht sein. Wozu führt ihr
den Esel spazieren, wenn er keinen Nutzen bringt und nicht
einmal einen von euch trägt?“
Der Vater legte seine Hand auf die Schulter seines Sohnes.
„Egal was wir machen“, sagte er, „immer findet sich jemand,
dem es nicht passt. Ich glaube, wir müssen selbst wissen, was
wir für richtig halten.“

Dieser “Tipp” erscheint auch wöchentlich in verschiedenen regionalen Zeitungen und ist deshalb in der “Sie-Form” verfasst. Weitere Tipps findest du auf meiner Homepage: www.egold-konzept.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.