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Geschichten und Märchen dienten den Menschen – und nicht nur den Kindern – schon zu allen Zeiten dazu, Dinge zu verstehen. Deshalb erklärt eine gute Geschichte oft mehr als eine kluge Abhandlung. Die folgende Geschichte erzählt von Selbstakzeptanz.

In einem prächtigen Garten vertrockneten mitten im Frühling die Blätter an den Büschen, welkten die Blüten, noch bevor sie richtig zu blühen begannen. Viele Blumen lagen geknickt auf der Erde. Fassungslos befragte der Gärtner die Eiche, und sie antwortete ihm, sie wolle nicht mehr leben, weil sie keine Trauben tragen könne. Als er zum Weinstock ging, schüttelte der traurig seine kahlen Äste und flüsterte, er wolle sterben, weil er nicht so groß wie eine Zypresse werden könne.

Die Zypresse lag in den letzten Zügen, weil sie nicht blühen und duften konnte wie eine Rose. Die Rose hingegen wollte nicht länger leben, weil die Schönheit ihrer Blüte nur so kurz anhielt. Schließlich sah der Gärtner eine kleine Pflanze mitten auf der Wiese, die sich im Wind wiegte und blühte und so frisch wie immer wirkte. „Wie kommt es, dass du als einzige blühst?“, fragte der Gärtner das Gänseblümchen.

„Ich sehe und höre, worüber Rose und Weinstock, Eiche oder Zypresse klagen und doch begreife ich sie nicht. Da ich ohnehin nichts anderes sein kann als das, was ich bin, genieße ich es voll und ganz, ein Gänseblümchen zu sein.“

Dieser „Tipp“ erscheint auch wöchentlich in verschiedenen regionalen Zeitungen und ist deshalb in der „Sie-Form“ verfasst. Weitere Tipps findest du au meiner Homepage: www.egold-konzept.de

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