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Geschichten sagen oft mehr als seitenlange kluge Erklärungen. Deshalb heute diese Geschichte:

An einem schönen Tag ging ein Meister die Straße entlang. Plötzlich öffnete sich eine Pforte und ein Mann rannte hinaus. Das geschah so schnell, dass die beiden Männer heftig gegeneinanderstießen. Der Mann regte sich fürchterlich auf, schimpfte und tobte, schrie und beleidigte den Meister. Der Meister aber verbeugte sich vor dem aufgeregten Mann und lächelte ihn an. Er sprach: „Ich kann nicht sagen, wer von uns beiden an dem Zusammenstoß Schuld hat. Ich will meine kostbare Zeit aber auch nicht mit der Antwort auf diese Frage verschwenden. Aus diesem Grund entschuldige ich mich, falls ich schuld bin, und bitte Sie um Verzeihung, weil ich so unaufmerksam war. Sollten Sie dagegen der Schuldige sein, können Sie den Vorfall auf sich beruhen lassen.“

Der Meister verneigte sich nach diesen Worten noch einmal vor dem Mann. Mit einem Lächeln auf den Lippen setzte er seinen Weg fort.

Müssen wir eigentlich immer einen Schuldigen suchen? Manch einer kann sich an jedem Zusammenstoß, gleich welcher Art, entzünden. Ein entspannter Zeitgenosse sagte einmal: „Mein Motto bei kleinen Karambolagen im Alltag lautet: Bevor ich mich darüber aufrege, ist es mir lieber egal.“ Auch nicht schlecht, oder?

Dieser “Tipp” erscheint auch wöchentlich in verschiedenen regionalen Zeitungen und ist deshalb in der “Sie-Form” verfasst. Weitere Tipps findest du auf meiner Homepage: www.egold-konzept.de

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