Hängen Ihnen Streit, blöde Situationen oder Kontroversen lange nach? Können diese Ihr Wohlbefinden nachhaltig beeinträchtigen? Sogar bis in den Schlaf? Beneiden Sie Menschen, denen so etwas am Allerwertesten vorbei geht?
Die Neurowissenschaftlerin Jill Bolte Taylor hat sich nach einem Schlaganfall intensiv mit dem Bewusstsein des Menschen befasst. Jede Emotion, so hat sie herausgefunden – Wut, Angst, Kummer – hält biochemisch nur 90 Sekunden an. Diese Zeit braucht das Gehirn, um Stresshormone durch seinen Blutkreislauf zu fluten und wieder abzubauen. Wenn die Biochemie nach 90 Sekunden endet, warum dauern Wut, Stress oder Scham oft noch lange Zeit an?
Die Antwort ist einfach: Ihr Kopf lässt die Sache nicht los. Ihr Kopf entscheidet unbewusst, Ihnen den Vorfall immer und immer wieder zu erzählen und ihn dabei zu bewerten: „Ach hätt ich bloß!“; „So eine Unverschämtheit!“; „Das habe ich nicht verdient!“. Zudem fällt uns jetzt alles Mögliche ein, was wir hätten tun oder sagen sollen. Statt uns in Ruhe zu lassen, wiederholen wir den Film in Gedanken immer wieder und schicken dabei neue Stresshormone für 90 Sekunden in den Umlauf. Jill Bolte Taylor nennt das den „kognitiven Schaltkreis“.
Was tun? Notieren Sie Ihre Gedanken, wenn es noch Handlungsbedarf gibt. Dann entscheiden Sie sich dafür, den Schaltkreis zu stoppen. Dies dauert nur 90 Sekunden. Es gilt, Gefühle zu regulieren, nicht zu unterdrücken. Bedenken Sie: Es ist Ihr Körper, Ihre Gesundheit.
Da dieser “Tipp” auch auch in anderen Medien erscheint, ist er in der “Sie-Form” verfasst. Weitere Tipps findest du auf meiner Homepage: www.egold-konzept.de
