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Möchten Sie ein guter Mensch sein? Wer möchte das nicht? Moralisch einwandfrei zu sein, gehört zu den erstrebenswerten Zielen. Wir lieben es, das Gefühl zu haben, ein guter, gerechter und tugendhafter Mensch zu sein. Allerdings hat dies seine Tücken. Offenbar haben wir einen kleinen Buchhalter in uns, der Soll und Haben penibel miteinander vergleicht.

Beispiele gefällig? Haben wir uns den ganzen Tag gesund ernährt, gestatten wir uns abends gerne eine kalorienreiche Belohnung. Ist der Käse „light“, darf es auch noch eine zweite Scheibe aufs Brot sein. Hat man sich den ganzen Tag rücksichtsvoll und angepasst verhalten, kann man sich abends im Berufsverkehr von seiner anderen Seite zeigen. Untersuchungen zeigen, dass einer Spende für einen guten Zweck oft eine Schummelei zum eigenen Vorteil folgt.

„Moral Licensing“ nennen Verhaltensforscher dieses Phänomen, bei dem es sich um eine Art Moralkonto handelt. War man heute schon in einem Bereich ein guter Mensch, erlaubt man sich, an einer anderen Stelle auch mal die Sau rauszulassen. Logisch ist das nicht, aber psychologisch. Das
Schuldgefühl wird ausgeblendet. Erst wenn der Kontostand unter null fällt, kommt das schlechte Gewissen.

Sind wir noch zu retten? Ja, aber dazu müssen wir uns das Phänomen bewusst machen, selbstehrlich sein und so verhindern, dass wir uns etwas in die eigene Tasche lügen.

Dieser “Tipp” erscheint auch wöchentlich in verschiedenen regionalen Zeitungen und ist deshalb in der “Sie-Form” verfasst. Weitere Tipps findest du auf meiner Homepage: www.egold-konzept.de

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