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Erzählungen, Märchen und Geschichten haben Menschen seit
jeher zu Einsichten verholfen. Die Fabel „Der Frosch, der dem
Stier gleichen wollte“, von Jean de La Fontaine, dem französischen
Schriftsteller aus dem 17. Jahrhundert, ist heute noch
aktuell.

Ein Frosch sah einstmals einen Stier,
und war sehr angetan von der Gestalt.
Kaum größer als ein Ei, war doch voll Neid das Tier;
es reckt sich mächtig hoch und bläht sich mit Gewalt,
weil es so gern so groß wie dieser wär’
Drauf spricht es: „Bruder, sieh doch her,
ist es genug? Bin ich so groß wie du?“ – „O nein!“
„Jetzt aber?“ – „Nein!“ – „Doch nun? Sag’s mir!“
„Wie du dich auch ermattest, du wirst mir niemals gleich!“
Das arme kleine Tier bläht sich und bläht sich – bis es platzt.
Wie viele gibt’s, die nur nach eitler Größe dürsten!
Der Bürger tät‘ es gern dem hohen Adel gleich;
das kleinste Fürstentum spielt Königreich,
und jeder Graf gibt sich als Fürsten.

Und die Moral von der Geschicht‘? Die bestimmen Sie selbst.

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