Kürzlich las ich einen Satz, an dem ich hängen blieb: „Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind, sondern wie wir sind.“ Machen wir uns bewusst: Zwischen Wirklichkeit und Wahrnehmung liegt ein Filter aus Erfahrungen, Überzeugungen, Erwartungen und Gefühlen. Zwei Menschen können dieselbe Situation erleben und dabei völlig unterschiedliche Empfindungen haben.
Der eine fühlt sich angegriffen, der andere bleibt gelassen. Bei einem werden die Widerstandskräfte aktiviert, dem anderen raubt es die Energie. Es ist niemals eine Situation selbst, die uns zu schaffen macht, sondern die innere Einstellung, mit der wir ihr begegnen.
Allerdings ist uns dies meist nicht bewusst. Unsere Wahrnehmung ist wie eine Brille, die wir ständig tragen, ohne sie zu bemerken. Sie färbt unsere Eindrücke und beeinflusst unsere Urteile. Jeder Mensch hat seine Erfahrungen, die ihn geprägt haben, mit all seinen Stärken und wunden Punkten.
Dieses Bewusstsein kann in schwierigen Lebenssituationen sehr hilfreich sein: Wenn unsere Gefühlswelt nicht von den Umständen abhängt, sondern von unserer „seelischen Software“, dann bekommen wir einen anderen Spielraum: Die Situation selbst können wir meist nicht verändern, aber unsere Einstellung dazu. Die Voraussetzung dafür ist, sich dessen bewusst zu sein. Wenn wir stattdessen die Schuld bei anderen oder der „bösen Welt“ suchen, haben wir unseren Trumpf verspielt.
Ein großes Stück Lebenskunst besteht darin, sich seiner eigenen Brille bewusst zu werden.
Da dieser “Tipp” auch auch in anderen Medien erscheint, ist er in der “Sie-Form” verfasst. Weitere Tipps findest du auf meiner Homepage: www.egold-konzept.de
