Wo ist nur die Zeit geblieben?

Nur noch schnell die E-Mails checken, gleich habe ich einen Arzttermin. Eigentlich wollte ich danach durch die Stadt bummeln, aber um vier Uhr hat Hanna Ballettunterricht. Außerdem sollte ich mal nach meiner Mutter schauen, aber ich muss auch etwas zum Abendessen einkaufen und kochen und um acht Uhr ist Elternabend in Milos Schule. Die Chorprobe muss leider ausfallen. Wo, um Himmels willen, ist die Zeit geblieben?

Wenn Sie solche Szenarien kennen, leiden Sie – wie viele Menschen – an

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Alle Jahre wieder

Was kommt zwischen Neujahr und Ostern? Richtig, die Zeit der guten Vorsätze. Fitnessstudios freuen sich über einen regen Zulauf, Diätprodukte und Nikotinpflaster boomen – das Gesundheitsdenken hat Hochkonjunktur.

Wer seine Motivation über Ostern hinaus retten kann, hat vieles richtig gemacht. Zu oft entpuppen sich gute Vorsätze schon bald als

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Ein Jahr ist nichts

Heute geht das Jahr 2023 zu Ende. Ich wünsche dir etwas Zeit und Muße, um einmal innezuhalten und zu spüren, was du dir von dem neuen Jahr wünschst. Das lesenswerte Gedicht von Hanns von Gumppenberg kann dir vielleicht dabei ein bisschen helfen.

 

Ein Jahr ist nichts

Ein Jahr ist nichts, wenn man’s verputzt,
ein Jahr ist viel, wenn man es nutzt.
Ein Jahr ist nichts, wenn man’s verflacht;
ein Jahr war viel, wenn man es ganz durchdacht.
Ein Jahr war viel, wenn man es ganz gelebt;
in eigenem Sinn genossen und gestrebt.
Das Jahr war nichts, bei aller Freude tot,
das uns im Innern nicht ein Neues bot.
Das Jahr war viel, in allem Leide reich,
das uns getroffen mit des Geistes Streich.
Ein leeres Jahr war kurz, ein volles lang:
nur nach dem Vollen misst des Lebens Gang,
ein leeres Jahr ist Wahn, ein volles wahr.
Sei jedem voll dies gute, neue Jahr.

(Hanns von Gumppenberg)

Sag’s mit Wilhelm Busch

Heute ist Weihnachten, der Heiligabend. „Was könnte ich zu diesem besonderen Anlass meinen geschätzten Leserinnen und Lesern mit dem allsonntägliche „Tipp der Woche“ mit auf den Weg geben?“, fragte ich mich. Eine Geschichte vielleicht oder lieber ein Gedicht? Nichts Alltägliches sollte es sein, aber auch nichts Geschwollenes. Weihnachtlich, aber nicht kitschig. Besinnlich, aber nicht rührselig. Wer bringt Rettung in meiner Not?

Altmeister Wilhelm Busch ist es, der vor über 200 Jahren mit Worten und Zeichenstift auf humorvolle Art Weisheiten verbreitete und nebenbei so manchem Spießbürger einen Spiegel vorhielt:

 

Hätt einer auch fast mehr Verstand
als die drei Weisen aus Morgenland
und ließe sich dünken, er wär wohl nie,
dem Sternlein nachgereist wie sie;
dennoch, wenn nun das Weihnachtsfest
seine Lichtlein wonniglich scheinen lässt,
fällt auch auf sein verständig Gesicht,
er mag es merken oder nicht,
ein freundlicher Strahl:
Des Wundersternes von dazumal.

Wie lebt es sich in Ihrer Welt?

Kennen Sie die indische Fabel von dem Tempel der tausend Spiegel? Sie handelt von einem Hund, der sich in einen Tempel verirrte, der rundum mit Spiegeln ausgekleidet war. Tausend Hunde schienen auf ihn zu starren. Er fletschte die Zähne und sogleich begannen tausend Hunde ihre Zähne zu fletschen. Als er bellte, bellten tausend Hunde zurück. Voller Panik rannte der Hund aus dem Tempel und war von nun an der Überzeugung, dass ihm alle Hunde feindlich gesonnen seien.

Etwas später rannte ein anderer Hund

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Ein bisschen mehr Egoismus, bitte

Bei einem psychologischen Test ging es um faires Verhalten. Was die Testpersonen nicht wussten: Die anderen waren keine Menschen, sondern ein Computer, programmiert auf faires Miteinander. Das Ergebnis überraschte: Nicht nur Egoisten hatten sich unbeliebt gemacht, sondern auch übertrieben nette Mitspieler. Dieser Test zeigt, dass Frau Selbstlos und Herr Immernett ihre Rollen ablegen können. Solche Verkleidungen tun weder Ihnen noch Ihren Mitmenschen gut.

Es ist ehrenwert, sich zu bemühen, ein angenehmer

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Mach’s lieber erst morgen

Hat man Ihnen auch „Was du heute kannst besorgen …“ eingebläut? Natürlich in bester Absicht. Aber genau wie Prokrastination, also Aufschieberitis, kann auch das Gegenteil zum Problem werden. Präkrastination nennt der US-Psychologieprofessor David Rosenbaum dieses Phänomen. Dieser ungebräuchliche Begriff zeigt den Drang auf, Dinge zu erledigen, bevor sie reif sind. Ungelegte Eier auszubrüten, sozusagen.

Ist es wirklich jetzt schon sinnvoll, diese

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Friede, Freude, Selbstbehauptung

Sind Sie ein harmoniebedürftiger Mensch? Würden Sie sich sogar als harmoniesüchtig bezeichnen? Möchten Sie am liebsten „Friede, Freude, Eierkuchen“ zu Ihrem Lebensmotto machen? Die Risiken und Nebenwirkungen dürften Ihnen bekannt sein: Diese Gesinnung ist fürs Grobe im Leben wenig geeignet. Jedem Zwist aus dem Wege zu gehen, ist leider kein Patentrezept für ein friedvolles Leben. Das Gegenteil ist meist der Fall.

„Harmonie verblödet. Sie macht träge, mutlos, unkreativ und

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Ist das wirklich wahr?

Es ist eine Binsenweisheit: Was der eine als schlimm empfindet, lässt ein anderer elegant am Allerwertesten vorbeiziehen. Im Deutschen gibt es den schönen Begriff „Wahrnehmung“. Diesen nehme ich im Coaching oft als Denkanstoß, um aufzuzeigen, wie subjektiv jede Sichtweise aller Dinge ist.

Wir „empfangen“ nicht einfach die Wirklichkeit von

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Gewonnen oder verloren wird zwischen den Ohren

Es war eine kniffelige Bastelarbeit heute früh. „Oh nein“, schoss es mir durch den Kopf, „und das noch an den anderen drei Seiten.“ Gottlob bemerke ich schnell solche Negativsuggestionen und korrigierte sofort: „Es wird von Mal zu Mal einfacher.“ Bitte tun Sie das Thema nicht ab mit: „Ja, ich weiß schon, jetzt kommt wieder das positive Denken.“ Bleiben Sie noch einen Moment bei mir.

Sobald Sie ein Gedanke ereilt, beginnen Ihre Gehirnnetzwerke

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