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„Ich bin immer so antriebslos“, „Wir kriegen uns immer sofort
in die Haare“, „Ich lasse mich immer von anderen beeinflussen“
– solche Beschreibungen mithilfe des Wörtchens „immer“ sind
im täglichen Sprachgebrauch gang und gäbe. Der große
Nachteil dieser Verallgemeinerungen ist, dass sie das Problem
aufblasen. Ein großes und schlimmes Problem lässt sich
schwieriger lösen als ein kleines, weniger schlimmes. Bin ich
tatsächlich „immer“ antriebslos oder nur manchmal, in
bestimmten Situationen oder zurzeit? Das Wort „immer“ in
Verbindung mit einem Symptom trifft nie ganz zu. Das kleine
Wörtchen „immer“ macht das Problem zudem schlimmer, als es
in Wirklichkeit ist, weil es behauptet, dass das Problem in der
Vergangenheit „immer“ aufgetreten sei.

Erst wenn man eine Differenzierung vornimmt, kann sich ein
Lösungsweg zeigen. Passen Sie auch in Streitgesprächen auf:
Das Wort „immer“ wirkt als zusätzlicher Verstärker: „Warum
musst du eigentlich immer deine schlechte Laune an mir
auslassen?“ Solch eine pauschale Übertreibung kann man
nicht ohne Widerspruch hinnehmen, sie heizt den Streit
zusätzlich auf.

Gehen Sie deshalb vorsichtig und achtsam mit dem Wörtchen
„immer“ um. Am besten, Sie ersetzen es durch „oft“ oder
„manchmal“. Das macht die Aussage erträglicher und
entspricht wahrscheinlich auch eher der Wahrheit.

Dieser “Tipp” erscheint auch wöchentlich in verschiedenen regionalen Zeitungen und ist deshalb in der “Sie-Form” verfasst. Weitere Tipps findest du auf meiner Homepage: www.egold-konzept.de

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