Glücklich ist, wer vergisst…

„Ach hätte ich doch damals…“ Solche oder Gluecklichähnliche Gedanken begleiten die meisten Menschen. Dabei liegt auf der Hand, wie zerstörerisch solche Vorstellungen sind. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gilt das Finden des inneren Friedens als Heilmittel. Man geht davon aus, dass Vergebung die Energiebahnen des Körpers öffnet und die vom Körper selbst produzierten Gifte austreten können. Denn Wut, Hass, Enttäuschung, aber auch Scham oder Selbstverurteilung verursachen im Körper oft schlimmere Wirkungen, als vielen Menschen bewusst ist.

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Das haben wir schon immer so gemacht…

Killerphrase wird eine solche Aussage genannt. Oder Totschlagargument. Und die Personen, die sich dahinter verbergen, sind Schnarchnasen, die ihre Zeit bis zur Rente möglichst schadlos überstehen wollen und damit allen Fortschritt blockieren. So will es zumindest das Klischee, das allzu gerne bedient wird.

Also dann lieber jung, dynamisch, erfolgreich, auf jede neue Idee springen und das bewährte Alte über Bord werfen? alter_wegDass das auch nicht der wahre Jakob ist, liegt auf der Hand. Wie immer liegt die Wahrheit in der Mitte – und das nicht nur im Berufsleben.

Auch im privaten Alltag kleben wir oft wie zäher Leim an Gewohntem und stehen uns damit selbst im Weg. Was könnten wir alles erleben, wenn wir uns bloß ein bisschen mehr trauen würden! Es lohnt sich deshalb, einmal genauer hinzuschauen.

Da könnte ja jeder kommen

Die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher wurde „Eiserne Lady“ genannt. Mit ihrem Verhalten hat sie sich nicht nur Freunde gemacht. Der französische Soziologe Pierre Bourdieu hat ihre Durchsetzungskraft im TINA-Prinzip verewigt. Das Wort ist gebildet aus den Anfangsbuchstaben der Aussage „There Is No Alternative“.

Leider hat TINA zahlreiche Schwestern. Weil die Akronyme unaussprechlich wären, folgen hier weitere Beispiele beliebter Totschlagargumente: „Das haben wir schon immer so gemacht!“, „Das haben wir noch nie gemacht!“, „Das geht nicht so einfach, wie ihr denkt!“, „Das hat doch keinen Sinn!“ oder „Da könnte ja jeder kommen!“. Und wenn wir mit uns selbst reden, hört es sich vielleicht so an: „Das liegt mir einfach nicht!“, „Da hätte ich ja viel zu tun!“, „Das muss ich mir nicht antun!“ oder „Was soll ich denn noch alles machen?“. So reagieren viele Menschen auf Neues und merken dabei gar nicht, wie sie sich selbst auf den Füßen stehen.

Zaubersaft Dopamin

Bevor wir jetzt alle Konservativen und Zögerer ungespitzt in den Boden rammen, naht kompetente Hilfe, und zwar von den Hirnforschern. Sie haben herausgefunden, warum der Homo sapiens dazu neigt, Neues abzulehnen und lieber den alten Stiefel weiterzumachen: Dopamin heißt der Zaubersaft. Das ist ein Neurotransmitter, der vom Belohnungssystem im Gehirn ausgeschüttet wird.

Dummerweise belohnt Dopamin aber nicht die Entdeckerfreude, sondern fließt dann in Strömen, wenn das Gehirn etwas wiedererkennt, wenn vertraute Netzwerke aktiviert werden. Deshalb entsteht beim Altbekannten ein beruhigendes Gefühl, bei Neuem eher ein Störgefühl. Das kann man dem Gehirn nicht verübeln, denn es erledigt vor allem seinen Hauptjob: das Überleben sichern. Alle Erinnerungen an zurückliegende Ereignisse, auch an die weniger schönen, haben eins gemeinsam: Wir haben sie immerhin überlebt. Beim Neuen weiß man das noch nicht.

Auch wenn es bei neuen Ideen in aller Regel nicht ums nackte Überleben geht, setzt das Gehirn lieber auf Nummer sicher. Zumindest in der ersten Reaktion. Beim zweiten Nachdenken kann sich das Neue schon etwas vertrauter anfühlen. Immerhin, das erste Dopamin ist im Anmarsch und der Antrieb, sich auf etwas Ungewohntes einzulassen, wird umso stärker, je mehr man sich mit dem neuen Gedanken befasst. Es lohnt sich also, nicht sofort abzublocken.

Mit Zähnen und Klauen

So weit die Hirnforscher. Die Psychologen haben noch andere Erklärungen auf Lager, denn die Logik der Psyche ist tausend Mal kreativer als die Logik des Verstandes. Es fängt schon damit an, von wem die neue Idee eigentlich ist. Kann man ihn nicht leiden, hat auch seine Neuerung wenige Chancen in der eigenen Beurteilung.

Auch Rivalität mischt sich gerne mit ein. Die eigenen Gedanken und Vorstellungen werden dann oft mit Zähnen und Klauen verteidigt. Zu allem Überfluss hat man uns anerzogen, zu der eigenen Meinung zu stehen. und so empfinden manche eine Meinungsänderung gar als Niederlage. Da lobe ich mir Altbundeskanzler Konrad Adenauer, der einmal bekannte: „Was interessiert mich mein dummes Geschwätz von gestern.“ Damit zeigte er mehr Größe als mit emsigem Rechtfertigen begangener Fehler und Irrtümer, wie es heute leider oft die Regel zu sein scheint. Nicht nur in der Politik.

Aber die Psychologen haben noch weitere Erklärungen auf Lager, warum so viele Menschen bei neuen Ideen auf der Bremse stehen. Die Angst vor Neuem ist eben menschlich und drückt sich in den verschiedensten Verkleidungen aus: An die Vernunft wird appelliert, der warnende Zeigefinger erhoben und sogar beteuert, man meine es doch nur gut. Manche Menschen gefallen sich besonders gut in der Rolle des Advocatus Diaboli (zu Deutsch: Anwalt des Teufels), der die Aufgabe hat, alle Haare in der Suppe zu finden. Und wenn man danach sucht, wird man mit Sicherheit auch welche finden. In Anbetracht dieser psychologischen Aspekte grenzt es fast an ein Wunder, dass es überhaupt so viel Kreativität gibt.

Advocatus Angeli

Wie kann man nun chronischer Engstirnigkeit begegnen – der fremden und der eigenen? Gar nicht so einfach, wenn sich jemand in das oben genannte TINA-Prinzip festgebissen hat. Deshalb hat die französische Politologin Susan George das Prinzip TATA als Gegenentwurf entwickelt. Es steht für „There Are Thousands of Alternatives“. Es müssen ja keine tausende neue Ideen sein, aber die eine richtige Idee zum passenden Zeitpunkt ist Gold wert.

Wichtig ist, dem Neuen überhaupt eine Chance zu geben. Wenn unser Verstand zuerst auf Nummer sicher schalten will, gilt es, ihn ans Händchen zu nehmen und ihm gut zuzureden. Insbesondere bei Dingen, bei denen es nicht um große Umbrüche geht, kann man lernen, ein bisschen mutiger und experimentierfreudiger zu werden. Und wenn du die Wahl hast zwischen A und B, kannst du ja auch mal C ausprobieren.

Anstatt den Advocatus Diaboli zur Hochform auflaufen zu lassen, darf auch einmal der Advocatus Angeli die Führung übernehmen. Wer das ist? Der Engel, der als Gegenspieler zum Teufel das Gute will. Mal dir aus, wie es ist, wenn alles gut ausgeht, und du wirst sehen: Dopamin ist bereits im Anmarsch und wenn genug im Gehirn angekommen ist, hat es die Begeisterung im Schlepptau. Selbst dann, falls die neue Idee nicht von dir sein sollte.

Nicht nur vorbeugen – auch mal zurücklehnen (Teil 2)

Eier gefällig? Nein danke. Zu viel vorbeugen_2Cholesterin! Gerade mal drei Stück in der Woche werden erlaubt. Etwas Speck dazu? Zu fett! Und zudem die gefährlichen Transfette. Aber ein Stück Brot darf’s doch sein? Ja, aber nur aus der Vollkornbäckerei mit vielen Ballaststoffen. Dazu ein kühles Bierchen? Bloß nicht – die vielen Kalorien und der Malzzucker obendrein!

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Nicht nur vorbeugen – auch mal zurücklehnen (Teil 1)

Aus dem Tagebuch eines vorbeugenGesundheitsbewussten: „Um 6 Uhr eine Stunde Joggen gewesen, danach Körperfettanteil und Body-Mass-Index mit Vortag verglichen: 0,1 % mehr Fett. Naja. Danach Hirsebrei gefrühstückt. Den Ernährungsplan nach meiner Blutgruppe mit Inge besprochen. Beim Arzt zum Durchchecken vorbeigeschaut. Darmsanierung vereinbart. Feldenkrais-Kurs gebucht. Auf dem Wochenmarkt eingekauft. Im Reformhaus Entschlackungstee und Birkenblätter für die Blutreinigung besorgt, dabei Osteopathie-Buch an der Kasse mitgenommen. Haus gegen Elektrosmog abgeschirmt. Atem-Seminar gebucht. Muss jetzt los zum Yoga-Kurs und darf nicht vergessen, Heilerde zu kaufen.“

Übertrieben? Vielleicht. Aber das Leben kann so anstrengend sein. Besonders das gesunde Leben. Heißt das, dass gesunde Lebensführung nicht so wichtig ist? Sollten gesunde Ernährung, Vorsorge und sportliche Betätigung doch keinen Sinn machen?

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Schmerzliche Erfahrungen

Warum seelische Verletzungen krank machen

Jemand erleidet einen schmerzlichen Verlust, macht eine schmerzliche Erfahrung oder spürt ein schmerzliches Verlangen – der allgemeine Sprachgebrauch bringt seelische Belastungen mit Schmerzen in Verbindung. Körperlicher und seelischer Schmerz haben mehr als nur den Begriff gemeinsam: Sie aktivieren auch im Gehirn die gleichen Bereiche. Das hat ein Forscherteam der Universität Los Angeles mit eindrucksvollen Studien herausgefunden, deren Ergebnisse vor einem Jahr im Fachjournal „Association for Psychological Science“ veröffentlicht wurden. Wenn etwas „einem Menschen das Herz bricht“, ist dies mehr als eine bildliche Ausdrucksweise. Verletzte Gefühle führen zu Körperreaktionen, die oft nachhaltige Spuren hinterlassen. Die Studien belegen, dass sich seelische und körperliche Schmerzen viel ähnlicher sind, als bisher angenommen wurde.

Versuchspersonen mit Liebesleid

An den Studien in Los Angeles nahmen insgesamt 40 Personen teil, die alle innerhalb der letzten sechs Monate eine gescheiterte Beziehung mit einer nicht gewünschten Trennung zu verkraften hatten. Alle Probanden gaben an, sich extrem abgelehnt und verletzt zu fühlen. In zwei Versuchsteilen wurden ihre Hirnreaktionen mittels funktionaler Magnetresonanztomographie (fMRT) beobachtet. Im ersten Teil wurden die Versuchspersonen mit Fotos des Ex-Partners konfrontiert und mussten sich in die Gefühle des Verletztseins hineinversetzen, die sie bei der Trennung empfanden. Im zweiten Teil setzte man ihnen eine Hitzesonde an den linken Unterarm, die ein ähnliches Gefühl erzeugte wie die Verbrennung durch eine zu heiße Kaffeetasse. Bei der Auswertung der fMRT-Aufnahmen stellten die Forscher fest, dass zwei Gehirnbereiche bei beiden Tests von seelischer und körperlicher Pein gleichermaßen betroffen waren: der somatosenorische Kortex, wo die Sinnesreize verarbeitet werden, und der insuläre Kortex, der die Stärke eines Schmerzreizes registriert. „Wir stellten fest, dass das Auslösen starker Gefühle der sozialen Ablehnung Regionen im Gehirn aktiviert, die auch für das Gefühl des physischen Schmerzes zuständig sind“, erklärt Versuchsleiter Kross.

Überleben im Rudel

Ablehnung ist eines der schmerzhaftesten Gefühle für jeden. Fragt man Menschen nach den ersten negativen Erfahrungen in ihrem Leben, an die sie sich erinnern können, haben diese meist mit Ablehnung zu tun, zum Beispiel nicht mitspielen zu dürfen oder sonst irgendwie von einer sozialen Gruppe ausgeschlossen gewesen zu sein. Evolutionär betrachtet ist dies verständlich, denn für den Menschen war es immer überlebensnotwenig, einer Gemeinschaft anzugehören. Wurde man aus seinem „Rudel“ ausgestoßen, bedeutete dies meist den sicheren Tod. Obwohl sich unsere Lebensbedingungen völlig verändert haben und wir kein Rudel mehr zum Überleben brauchen, spüren wir den Mangel an Zugehörigkeit wie ein nicht befriedigtes Grundbedürfnis. Deshalb stellt Mobbing für die Opfer größte seelische und körperliche Belastungen dar. Fachleute schätzen, dass etwa eine Million Berufstätige in Deutschland gemobbt werden und unter Mobbing leiden. Mobbing gibt es jedoch nicht nur am Arbeitsplatz, sondern in jeder Gemeinschaft und sogar innerhalb der Familie.

Schmerzmittel für die Seele

Menschen, die empfindlicher auf körperliche Schmerzen reagieren, sind meist auch empfindlicher für soziale Schmerzen. Für eine Studie über den Umgang mit sozialer Ausgrenzung wurde ein Computerspiel entwickelt, bei dem sich die Probanden Bälle zuwarfen. In einem abgekarteten Spiel überging man einen der Teilnehmer immer öfter und gab ihm zum Schluss keinen einzigen Ball mehr. Gab man dem Ausgegrenzten jedoch ein Schmerzmittel, in diesem Fall den Wirkstoff Paracetamol, hielt er die Situation besser aus. Ähnliche Studien wurden danach auch mit anderen Stoffen gemacht, die ein Suchtpotenzial enthalten, wie Alkohol, Nikotin oder Süßigkeiten. Versuchsleiterin Eisenberg rät jedoch ab, Schmerzmittel, gleich welcher Art, zu nehmen, um soziale Schmerzen zu unterdrücken. „Ich glaube, wahrscheinlich gibt es diese Art von Schmerzen aus gutem Grund, damit Menschen zusammenhalten“, erläutert sie. „Wenn wir das Gefühl sozialer Ablehnung immerzu betäuben, würden wir dann nicht öfter Dinge tun, für die uns Leute ablehnen und die uns von anderen entfremden?“

Die Angst im Nacken

Obwohl die Forschung bestätigt, dass seelische Verletzungen ganz reale körperliche Schmerzen verursachen, fehlt die Anerkennung dieser Tatsache bis heute in unserer Gesellschaft. „Wir scheinen körperliche Schmerzen ernster zu nehmen als soziale Schmerzen“, sagt auch Eisenberger. Während unsere Mitmenschen meist Verständnis dafür haben, dass körperliche Schmerzen wehtun und Menschen sehr einschränken können, bringen sie nicht immer das gleiche Verständnis für Menschen auf, die unter sozialen Schmerzen leiden. Aber auch die Betroffenen selbst gehen mit körperlichen Leiden offener um als mit seelischen Problemen. Mehrere Bergleute bekamen wenige Wochen nach einem Grubenunglück auf der Nachbarzeche starke Nackenschmerzen – ihnen saß buchstäblich die „Angst im Nacken“. Alle verneinten die Frage nach der Angst, aber der Körper drückte sie deutlich aus. Zurückhalten von Gefühlen erzeugt eine muskuläre Anspannung, die Schmerzen im Körper verursachen, für die Ärzte meist keine körperlichen Ursachen finden.

Hilfe holen

Seelische Zusammenstöße mit anderen Menschen sind unvermeidlich. Denk aber daran, wie verletzend unbedacht ausgesprochene Worte sein können, und geh sorgsam damit um. Frag dich im Zweifelsfall, wie die Worte, die dir auf der Zunge liegen, auf dich selbst wirken würden. Auch das alte Sprichwort „Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu“ hat heute noch seine Gültigkeit.

Fühlst du dich durch Worte und Taten verletzt, dann suche nach einer Haltung, die dir hilft, möglichst schmerzarm damit umzugehen. Dies ist nicht immer leicht und manchmal aus eigener Kraft unmöglich. Scheue dich deshalb nicht, Hilfe zu holen. Inzwischen gibt es wirksame Therapie- und Coachingtechniken, die dazu geeignet sind, alte Verletzungen schnell und nachhaltig zu neutralisieren. Oft verschwinden körperliche Schmerzen von selbst, wenn die dahinterliegenden unverarbeiteten Gefühlszustände behandelt werden.

Ist der Geist wirklich willig, wenn das Fleisch schwach ist? (Teil 2)

Im ersten Teil (letzte Woche Mittwoch) habeVersuchung ich die Willenskraftformel KAI erläutert, die sich aus Klarheit, Achtsamkeit und Impulskontrolle zusammensetzt. Diese Fähigkeiten müssen wir üben. Hirnforscher haben herausgefunden, dass unser Gehirn trainierbar ist wie ein Muskel. Wie für alle Bereiche unseres Körpers gilt: Was wir regelmäßig benutzen, wird gestärkt, was wir links liegen lassen, verkümmert. So ist es mit unseren Gewohnheiten – den guten wie den schlechten: Sie haben sich durch ständiges Wiederholen als Netzwerke im Gehirn stabilisiert und lenken damit unser Verhalten in die vertraute Richtung. Sind wir nun diesen Verhaltensgewohnheiten hilflos ausgeliefert oder sind wir in der Lage, sie zu korrigieren oder sogar dauerhaft umzuprogrammieren? Um die Antwort vorwegzunehmen: Ja, das Umprogrammieren ist möglich. Allerdings hat dies so seine Tücken.

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Ist der Geist wirklich willig, wenn das Fleisch schwach ist? (Teil 1)

Wer kennt das nicht? Die Schokolade amDieting concept. Young Woman choosing between Fruits and Sweets Abend vor dem Fernseher hätte wirklich nicht sein müssen, zumal du eigentlich vorhattest, ein paar Pfunde abzuspecken. Und auch der gute Vorsatz, wieder regelmäßig Sport zu machen, bleibt im guten Willen stecken. Der Volksmund weiß es ja längst: Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Aber stimmt das wirklich so? Inzwischen haben Verhaltens- und Hirnforscher ziemlich genau herausgefunden, was unserer Willenskraft Flügel verleiht oder warum das Fleisch schwach wird. Um es gleich vorwegzunehmen: Patentrezepte haben sie nicht gefunden. Aber sie entdeckten interessante Mechanismen, die jedem helfen können, der seine Willenskraft im entscheidenden Moment zur Verfügung haben möchte.

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Die Geburt eines Schmetterlings

Eines Tages entstand ein kleines Loch im Kokon.schmetterling Ein Mensch, der zufällig entlang kam, hielt inne und observierte stundenlang den Schmetterling der mit aller Macht versuchte durch dieses kleine Loch hinauszukriechen. Nach einiger Zeit sah es so aus als ob der Schmetterling es aufgegeben hatte und das Loch war noch immer genauso klein. Es war als ob der Schmetterling alles getan hatte was er konnte und dass er nichts weiteres mehr tun konnte. Dann entschied sich der Mensch den Schmetterling zu helfen: er nahm ein Taschenmesser und öffnete den Kokon. Der Schmetterling schlüpfte sofort.

Aber sein Körperchen war mager und er sah aus wie betäubt; seine Flügel waren nicht gut entwickelt und sie bewegten sich kaum. Der Mensch observierte ihn weiter und vermutete, dass der Schmetterling jetzt die Flügel spreizen würde und diese im Stande wären den Körper des Schmetterlings zu tragen so das er abfliegen könne. Das geschah jedoch nicht. Während seines gesamten Lebens schleppte

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Dem täglichen Zeitdruck elegant entkommen

Verblüffend einfache Lösungen

Kennst du die Geschichte von der Frau, die so damit beschäftigt ist, das Wasser vom Boden aufzuwischen, dass sie nicht dazu kommt, den Wasserhahn abzudrehen? Oder die von Hein, der so besessen mäht, dass er auf den gut gemeinten Zuruf „Mensch, Hein, du musst deine Sense schärfen, die ist total stumpf!“ zurückruft: „Keine Zeit, ich muss mähen!“

„Nette Geschichten“, höre ich dich sagen, „aber im richtigen Leben ist das nicht so einfach.“ Mag sein. „Ich habe viel um die Ohren, es muss ja schließlich alles gemacht werden, ich bestimme das nicht alleine und außerdem gibt es nun mal Sachzwänge“, erklärst du mir vielleicht. Das mag alles so sein. Wie wir es auch drehen und wenden, es sind täglich ganz genau 24 Stunden, die jedem zur Verfügung stehen, da ist das Leben sehr gerecht. Egal ob jemand viel oder wenig zu tun hat. Und es werden auch keine 25 Stunden, wenn wir Frühstück und Mittag durcharbeiten, wie es in Witzen heißt. Zeit ist kein Optimierungsproblem, sondern eine sehr persönliche Sache. Deshalb liegt es an uns, Zeit so zu nutzen, dass sie uns gut tut. Wenn es doch so viel Zeit gibt und täglich Nachschub, was macht dann unseren Zeitmangel aus? Warum haben wir das Gefühl, nie genug Zeit zu haben? Sehen wir uns unsere Einstellung dazu genauer an.

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Gute Beziehungen sind die beste Medizin

Wie alt bist du? Ja, ich weiß: man ist so alt, wie man sich fühlt. Ich wünsche dir jedenfalls ein langes Leben. Die  Voraussetzungen dafür sind bestens, denn die Lebenserwartung hat sich in den letzten 130 Jahren in Deutschland mehr als verdoppelt:

Jahr        Männer     Frauen

1880        35,58        38,45  Jahre
1910        47,41        50,68  Jahre
1930        59,86        62,81  Jahre
1950        63,95        68,02  Jahre
1980        69,62        76,17  Jahre
2011        78,07        83,01  Jahre

Die Lebenserwartung steigt jährlich und wird sich bis 2030 weitere 6,1 Jahre erhöht haben. Die Hauptgründe dafür liegen auf der Hand: bessere medizinische Versorgung, Ernährung, Arbeitsbedingungen, soziale Absicherung, um die wichtigsten zu nennen.

Trotzdem ereilt auch heute noch jeden früher oder später der Tod. Die häufigste Todesursache sind immer noch Herzerkrankungen. Trotz bester Pharmazie, Geräten und Vorsorge sterben die Menschen am häufigsten am kaputten Herzen.

Karge Beziehungen können zum frühen Tod führen

Im Betrieb herrscht ständig dicke Luft, von mangelnder Teamarbeit ganz zu schweigen. In der Familie ist Zank und Streit an der Tagesordnung. Der Rechtsstreit mit dem Nachbarn um den Grenzabstand zieht sich hin. Verwandte waren schon lange nicht mehr zu Besuch und für Freundschaften bleibt sowieso keine Zeit mehr. So könnte man sich den Alltag eines missmutigen und unzufriedenen Menschen vorstellen.

Damit sind die Weichen zu einer drastischen Verkürzung seiner Lebenszeit gestellt. Nicht etwa weil er übermäßig isst, raucht, trinkt und sich nicht bewegt, sondern weil ihm etwas elementar Wichtiges zur Erhaltung seiner Gesundheit fehlt: befriedigende soziale Kontakte und psychischer Rückhalt von Freunden und Verwandten.

Die amerikanische Wissenschaftlerin Julianne Holt-Lunstad hat mit ihrem Team 148 Studien mit insgesamt 308.000 Menschen ausgewertet. Das Ergebnis zeigt, dass sich die Wahrscheinlichkeit, alt zu werden, um 50 % erhöht, wenn man in Beruf, Familie und Freundeskreis mit freundlichen Menschen umgeben ist. Das setzt aber auch voraus, selbst etwas dafür zu tun, dass andere Menschen freundlich zu einem sind. „Dass karge soziale Beziehungen zum frühen Tod führen können, ist weder den Gesundheitsbehörden noch in der Öffentlichkeit ausreichend bekannt“, resümiert Holt-Lunstad.

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