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Jeder Körper ist ein Unikat

Jeder Embryo im Mutterleib entwickelt sich unverwechselbar individuell. Selbst eineiige Zwillinge. Bekanntlich sind die Fingerabdrücke niemals gleich. Es gab in der Menschheitsgeschichte seit 3 Millionen Jahren noch nie einen völlig gleichen Menschen und es wird ihn auch nie geben. Es sind nicht nur die Gene, die Erbanlagen, die uns in die Wiege gelegt wurden, auch die Situation vor und während der Schwangerschaft, die Em­pfindungen der Eltern, der Sippe, oder die Rolle und Aufgabe im Familiensystem bringen wir schon bei der Entbindung mit auf die Welt.

Danach machen wir unsere Erfahrungen, speichern jede Wahrnehmung ab und verbinden diese mit anderen, sodass sich ein Neuronennetzwerk und eine Software entwickelt, wie es individueller und komplizierter nicht sein kann. Leider gibt es dafür kein Bedienungshandbuch…

Dies unterscheidet uns von Maschinen, die von Menschenhand gebaut sind und die verlässlich nach physikalischen oder mechanischen Gesetzen funktionieren. Von dem finnischen Psychologen Ben Furmann stammt die schöne Methaper, dass der Mensch keine Billardkugel sei, die je nachdem wie der Billardstock sie trifft, in welchem Winkel, mit welchem Druck usw. vorausberechenbar verlässlich in ein bestimmtes Loch trifft oder nicht. Das menschliche Wesen ist aber keine Billardkugel, sondern vielmehr wie ein Hund, dem man ein Stück Holz an den Kopf wirft. Dieser kann sich entweder angegriffen fühlen und beißen, sich winselnd davon trollen und mit dem Stöckchen im Maul zurückkommen, weil er glaubt, man wolle mit ihm spielen.

Wissenschaften wie Physik, Mathematik oder Chemie wollen reproduzierbare Versuchs­anordnungen, was mit toter auch Materie möglich ist. Der Körper ist aber ein beseeltes Wesen, deshalb können in der Medizin und in der Psychologie keine wissenschaftlichen Maßstäbe in diesem Sinne angelegt werden.

Bei toter Materie gilt die Formel Ursache = Wirkung (vgl. Billardkugel). Bei Lebewesen, insbesondere bei uns intelligenten Menschen kommt ein weiterer Faktor hinzu: Unsere Erwartung. Daher kommt beispielsweise auch der Placebo-Effekt, wenn das Scheinmedikament mit der Erwartung eingenommen wird, es wäre ein Wirkstoff darin.

Aber nicht nur bei Medikamenten hat dies eine zentrale Bedeutung: In alles Bereichen unseres Lebens steuert unsere Erwartung die Realität, wie wir aus der Quantenphysik wissen. Deshalb versetzt unser Glaube tatsächlich Berge, wie es schon in der Bibel steht. Was dies für unseren Körper bedeutet wird oft völlig unterschätzt.

Wieder zurück zur Entwicklung des Menschen und seiner Software: Jeder Eindruck, den wir wahrnehmen wird mit seiner ganz eigenen Bedeutung im Gehirn gespeichert und mit einem emotionalen Ablagesystem sortiert. So nimmt jeder Geschehnisse ganz individuell auf. Dazu ist unser Gehirn mit einer Überzahl an Neuronen (Hirn­zellen) ausgestattet, die insbesondere in den ersten 6 Lebensjahren prägend gefüllt werden. Alles Erleben aus der Schulzeit, Jugend und bis zum heutigen Tag hat uns als individuelles, unvergleichbares Wesen heranreifen lassen.

So bilden sich im Laufe unseres Lebens:

  • Haltungen, Einstellungen
  • Verhaltensgewohnheiten
  • Konditionierungen
  • Vorlieben, Neigungen
  • Glaubenssätze
  • Gefühlsmuster
  • Bewältigungsstrategien

um nur wenige Schlagworte in dem ganz persönlichen Ablagesystem der individuellen Software zu nennen. Alles was wir erleben wird von unserer Software (in der Amygdala) in Sekundenbruchteilen bewertet und an das autonome Nervensystem weitergeleitet. Dieses steuert alle Körperfunktionen und was wir spüren, nennen wir Gefühle. Gefühle sind also Körperreaktionen aufgrund von Eindrücken unserer Psyche.

In diesem Sinne ist alles psychosomatisch (Soma = Körper), natürlich auch das Übergewicht. So wird auch verständlich, warum jeder Körper anders reagiert. Es gibt so viele Gründe für Übergewicht wie es Menschen gibt.

Übergewicht dient aber nicht nur als Schutz zum Bewältigungen der Urgefahren und zum Befriedigen elementarer Grundbedürfnisse, sondern auch unseren Wachstums­bedürfnissen (vgl. Bedürfnispyramide von Abraham Maslow).

So kann das Essen das Gefühl vermitteln nicht zu kurz zu kommen, sich auszu­agieren, Langeweile zu kompensieren, sich nicht reglementieren zu lassen oder sich zu Belohnen. Wir haben ein sehr sensibles Empfinden für Gleichgewicht in allen Bereichen unseres Lebens. Wir sind den ganzen Tag engagiert, geben sehr viel und brauchen entsprechende Belohnung als Ausgleich. Ist das Belohnungssystem permanent im Defizit, kann Essen eine wichtige Belohnungsfunktion einnehmen.

Auch kann das Übergewicht unserem Ich- und Selbstverwirklichungsbedürfnis ganz individuelle Ausdrucksmöglichkeiten verleihen.

maennchen_birneFazit:

Die ganz persönliche Software ist unvergleichbar. Sie
steuert die Körperfunktionen und bestimmt das Gewicht.
Alles ist psychosomatisch. Gründe für Übergewicht
können ganz unterschiedlich sein.

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