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Nicht zwischen Weihnachten und Neujahr nehmen wir zu, sondern zwischen Neujahr und Weihnachten. Übergewicht hat sich meist über einen langen Zeitraum zusammengebraut und hat seine Gründe. Der schulmedizinische, allopathische Ansatz besteht darin, etwas gegen das Symptom zu unternehmen. Der homöopathische Ansatz forscht nach den Ursachen. Bei Übergewicht bedeutet der allopathische Weg in der Regel Diät und Sport und wenn alles nichts hilft, wird zu radikalen Mitteln gegriffen wie Fett absaugen oder gar zu chirurgischen Eingriffen. Der homöopathische Weg führt zu den Ursachen und der Funktion des Übergewichts und er findet andere Lösungen dafür. Allerdings ist die Bekämpfung des Symptoms Übergewicht zu einem Milliardengeschäft geworden, während die Ursachenforschung keine Lobby hat. Der Zeitgeist zieht schnelle Lösungen und vermeintliche Patentrezepte vor, auch wenn sie in Wirklichkeit gar nicht helfen.

Was könnten die Ursachen für Übergewicht sein? Der Volksmund spricht treffend von Kummerspeck oder dickem Fell. Vielleicht gab es Verlust und Schmerz durch Trennung, Enttäuschungen oder Abweisungen. Wer sich nicht geliebt fühlt, hat keine Möglichkeit, dieses Gefühl zum Beispiel von den Eltern oder vom Partner einfach einzufordern. Stattdessen findet er vielleicht Trost beim Essen und bessert damit sein Gefühl auf. Zudem gibt der Speck Wärme und Geborgenheit.

Temperaturregler – Gewichtsregler

Unser Körper und unsere Seele gehen immer Hand in Hand. Jede Gefühlsregung ist eine Körperreaktion. Dabei funktioniert der Körper sehr logisch. Ein Temperaturregler hält die Körperkerntemperatur konstant auf 37 Grad. Gehen wir in die Sauna, fängt der Körper an zu schwitzen und bei Kälte produziert er Wärme durch Zittern. Diese Regulierung brauchen wir nicht anzustoßen, das macht der Körper autonom.

Kommt es auf körperlicher Ebene zu „Übergriffen“ durch Krankheitserreger wie Bazillen oder Pneumokokken, wird die Körpertemperatur kurzzeitig hochreguliert: Wir bekommen Fieber. Mit jedem Grad mehr verdoppeln sich die Abwehrkräfte. Sind die Krankheitserreger besiegt, senkt sich die Temperatur wieder ganz von selbst. Genauso gibt es offenbar einen Gewichtsregler, der das Gewicht in der Balance hält. Nisten sich seelische Krankheitserreger ein, zum Beispiel durch Verletzung des Selbstwerts oder das Aufreißen alter Wunden, kann dies den Gewichtsregler nach oben aktivieren. Ein paar Kilo mehr „Fieber“ kompensieren die fehlenden seelischen Abwehrkräfte und verschaffen einen gefühlsmäßigen Schutzpanzer. Süßigkeiten und Essen sorgen zudem für Trost und Befriedigung. Ist die aktuelle Belastungssituation abgeklungen, sitzt oft der Gefühlsstachel noch tief. Eine Diät kann zwar zeitweilig zur Gewichtsabnahme führen, aber solange der seelische Krankheitserreger noch vorhanden ist, sorgt der innere Gewichtsregler dafür, sich den körperlichen Schutzpanzer zurückzuholen.

Was ist die Lösung? Wir können den Stachel rausziehen, indem wir die betreffenden Themen bearbeiten. Dies ist zum Beispiel durch systemische Aufstellungen oder andere therapeutische Arbeit möglich. Meist ist es ein ganzes Bündel von Stacheln, das ein Übergewichtiger mit sich herumschleppt. Der Körper reagiert verlässlich auf jeden Stachel.

Unser Belohnungssystem

Unser Körper bietet nicht nur Schutz, Abgrenzung, Wärme, Geborgenheit oder Trost. Sehr häufig geht es um das Thema Belohnung. Jeder Tag kostet Kraft und oft Überwindung, sich den täglichen Herausforderungen zu stellen. Bleibt die Belohnung dafür aus, kann der Körper Ersatz schaffen. Hier greift das allbekannte Lebensgesetz des Ausgleichs, das man auch in vielen anderen Lebensbereichen beobachten kann. Essen und Genuss schaffen den Ausgleich. Man belohnt sich für einen Tag, der sich nicht gelohnt hat. Gleichzeitig hilft das wachsende dicke Fell, das Leben besser auszuhalten.

Der allopathische Lösungsansatz, gegen das Verlangen oder die Sucht zu kämpfen, hilft nicht wirklich. Es geht vielmehr darum, dass wir uns mit den wahren Ursachen beschäftigen. Das ist nicht immer leicht. Dazu kommt meist noch eine Hilf- und Mutlosigkeit, da die eigenen Lebensthemen immer eine Herausforderung sind. Solche Lernaufgaben können sein: Abgrenzung, NEIN-Sagen, sich selbst wertschätzen, Konfliktfähigkeit, sich selbst belohnen – aber nicht durch essen! –, Durchsetzungsvermögen und vieles mehr. Es ändert sich nichts, wenn wir nichts ändern! Ich erlebe täglich in meinem Berufsalltag, wieviel Einsicht und Mut es kostet, sich diesen Lebensthemen zu stellen. Die Gründe dafür können sehr vielschichtig sein: Angst, Widerwillen, Bequemlichkeit, Scheu vor Veränderungen und Konsequenzen, die gezogen werden müssten, manchmal auch Uneinsichtigkeit. Auch vermeintliche Sachzwänge müssen als Verhinderungsstrategie herhalten.

Selbstzuständigkeit übernehmen

Jeder Erwachsene ist in seinem Leben für seine Probleme und Lebenssituationen selbst zuständig. Dabei geht es nicht um Schuldfragen, sondern um die Zuständigkeit für die eigene Lebensführung. Es ist absolut in Ordnung, sich Hilfe zu holen in Situationen, die man alleine nicht bewältigen kann. Abnehmen kann einem die Probleme allerdings niemand. Bei medizinischen Beschwerden müssen wir unbedingt zum Arzt gehen, aber die Zuständigkeit für den Umgang mit der eigenen Krankheit bleibt bei jedem selbst.

Eine Therapie ist immer erst dann erfolgreich, wenn der Betroffene Verantwortung übernimmt und an sich arbeitet. Es gilt, seine Hausaufgaben zu machen und seelisch und körperlich aufzuräumen.

Wer mehr darüber wissen möchte, den lade ich zu meinen beiden kostenlosen Vorträgen ein am Sonntag, 11. Mai oder am Samstag, 17. Mai jeweils um 15 Uhr in meinem Institut in Bad Orb, Gewerbestraße 26.

Keine Anmeldung erforderlich, einfach kommen!

Neue 12-Wochen-Kurse mit einem Verhaltenstraining zur gesunden und dauerhaften Gewichtsreduktion beginnen wieder ab Ende Mai.

1 comment

  1. Helga K.

    Meine Tipps gegen Übergewicht sind sehr einfach: gesunde Ernährung, möglichst mehr Wasser trinken, viel Bewegung (es heißt, wirklich sehr viel schwitzen) und gute Laune haben!

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